Unsere Reisegruppe vor dem Dom in Turku
Montag, 17. August: Anreise nach Turku
Ein Bus der Firma Berse brachte uns morgens von der Westenergie Halle in Mülheim zum Düsseldorfer Flughafen:

Nach drei Jahren fuhren wir wieder in unsere Partnerstadt Kouvola, um unsere Freunde, vor allem aus dem Deutsch-Finnischen Verein wiederzusehen. Neue Städte und Sehenswürdigkeiten standen natürlich auch auf unserem Programm in Finnland.
Unser Reiseleiter Ulf Tütken, den wir schon von unserer vorigen Finnlandreise kannten, begrüßte uns nach der Landung in Helsinki und stellte uns unseren Busfahrer Toni vor.
Nach dem Einladen des Gepäcks fuhr Toni uns ins 170 km entfernte Turku, unseren ersten Übernachtungsort. Am Abend erreichten wir das Original Sokos Hotel Turku, wo uns ein gutes Abendessen erwartete.
Dienstag, 18.August: Turku und Naantali
Nach dem ausgezeichneten Frühstücksbuffet wurden die Audiogeräte verteilt und der Bus fuhr uns in die Altstadt von Turku. Mit Ulf als Stadtführer starteten wir zu unserem ersten Rundgang.
Wir liefen durch das alte Stadtzentrum vorbei an dem mittelalterlichen Dom bis zur Burg. Durch das Museum in der Burg führte uns eine mittelalterlich gekleidete junge Frau. Sie sprach zwar kein Deutsch, aber Ulf hat uns alles sehr gut übersetzt, und mit den Audiogeräten konnte er überall gut verstanden werden.
Wir erfuhren viel über die bewegte Geschichte Turkus und Finnlands. Turku ist die älteste Stadt Finnlands und war früher die Hauptstadt des Landes.

Die Geschichte der Stadt reicht bis ins Mittelalter zurück. Die Burg war im Mittelalter ein wichtiger Stützpunkt der schwedischen Herrschaft in Finnland. Später wurde sie ausgebaut zu einem Renaissance-Schloss und zur Residenz. Ab 1776 dient sie als Gefängnis. Heute beherbergt sie das historische Museum der Stadt. Interessant ist auch, dass die Burg ursprünglich auf einer Insel in der Ostsee stand. Durch das permanente Heben des Granituntergrunds (ca. 1 cm pro Jahr) gehört die Burg jetzt zum Festland; sie liegt mitten in der Stadt und kann ohne Brücke erreicht werden.
Nun ging es mit unserem Bus weiter nach Naantali. Unterwegs kamen wir an der Meyer-Werft vorbei, die auch in Turku große Kreuzfahrtschiffe baut. Leider hatten wir trotz Bemühens keinen Besichtigungstermin bekommen, so dass wir die Werft nur im Vorbeifahren sehen konnten.
Die Altstadt von Naantali liegt an der Ostsee, etwa 15 km von Turku entfernt. Wir spazierten zur Kirche des zerstörten Birgittenklosters und erreichten danach die Promenade des ehemaligen Kurbades. In den niedrigen Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert befinden sich zahlreiche Restaurants und Souvenirläden. Am Rand von Naantali führt eine Brücke zu einer Insel mit dem Freizeitpark Muumimaailma, der sich mit den Mumin-Figuren der schwedisch sprachigen finnischen Schriftstellerin Tove Jansson beschäftigt. In den Restaurants an der Promenade machten wir individuell Mittagspause.
Auf dem Rückweg nach Turku begegnete uns ein ungewöhnlicher Verkehrsteilnehmer: Ein Lieferroboter der Firma Wolt.
Er überquerte gerade selbstständig einen Zebrastreifen. Das war nicht unbedingt ein Zufall, denn Wolt hat gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen Coco im Frühjahr 2026 in Turku einen Roboter-Lieferdienst gestartet. Damit war Turku nach Helsinki die zweite Stadt Finnlands, in der solche Roboter eingesetzt werden. Sie sind im Stadtzentrum unterwegs und erreichen ungefähr 6 km/h. Sie liefern sowohl Restaurantbestellungen als auch Lebensmittel aus dem Wolt Market. Unser beobachteter Roboter war also ein ganz aktuelles Beispiel für moderne finnische Alltagstechnik – mitten im Straßenverkehr von Turku. Später in Helsinki begegneten uns noch öfter solche Roboter.

Am Abend traf
en wir uns zum gemeinsamen Essen in „früh-mittelalterlicher“ Umgebung im Erlebnisrestaurant Wikinger Harald.
Mittwoch, 19. August: Glasmuseum in Riihimäki, Burg Hämeen linna, Ankunft in Kouvola
Wir verließen Turku morgens und fuhren in Richtung Kouvola. Der erste Programmstopp auf dem Weg war das Glasmuseum in Riihimäki.
Das Finnische Glasmuseum (Suomen Lasimuseo) beschäftigt sich mit der Geschichte des Glases, der Glasherstellung und insbesondere mit dem berühmten finnischen Glasdesign. Es befindet sich in der ehemaligen Riihimäki-Glasfabrik. Die Sammlung umfasst heute etwa 40.000 Objekte. Gezeigt werden Glasgegenstände vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, darunter Haushaltsglas, Designobjekte und Kunstglas.
Bei unserer Führung erhielten wir einen ausführlichen Einblick in die Geschichte und Herstellung des Glases. Besonders interessant ist die Verbindung von traditioneller Handwerkskunst und modernem finnischem Design. Im Jahr 2023 wurde das Wissen um die handwerkliche Glasherstellung in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Für unsere Mittagspause nutzten wir das Café des Glasmuseums
Wir fuhren weiter nach Hämeenlinna. Hier hatten wir in der mittelalterlichen Burg Hämeen linna eine Führung, bei der uns die wechselvolle Geschichte der Burg umfassend nähergebracht wurde. Die Burg wurde bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts errichtet. Sie sollte als militärischer Stützpunkt im Grenzgebiet zwischen Schweden und Nowgorod dienen. Im Laufe ihrer rund 700-jährigen Geschichte war sie Festung, Herrschaftssitz, Gefängnis und schließlich Museum.
Im Innenhof und angrenzenden Räumen fand gerade eine Wechselausstellung mit Arbeiten von autodidaktischen Künstlern statt. Die Themen waren „Luchs“ und „Karneval“. Der Luchs passt besonders gut zur Region, denn er ist das Wappentier der Landschaft Häme.
Abends erreichten wir das Sokos Hotel Vaakuna in Kouvola und ließen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im Hotel ausklingen.
Donnerstag, 20. August: Kouvola, Verla und Käyrälampi
Nach dem Frühstück starteten wir zu einem Rundgang durch das Museumsviertel Kaunisnurmi von Kouvola. Es liegt nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt. In den alten Holzhäusern lebten früher Eisenbahner der finnischen Staatsbahn. Unser Weg führte auch am Kouvolatalo, dem Kulturhaus der Stadt, vorbei. Dort befinden sich unter anderem Museen sowie Räume für Veranstaltungen und Kultur. Vor dem Gebäude stehen zwei Statuen der finnischen Keramikkünstlerin Anu Pentik.
Anschließend besichtigten wir das Heimatmuseum, das ebenfalls in einem Eisenbahnerhaus untergebracht ist. Ulf und seine Frau Helena führten uns persönlich durch die Ausstellung. Besonders interessant war die zeitliche Gliederung: Die Räume zeigten das Leben in einem finnischen Haushalt von den 1920er-Jahren bis in die 1960er-Jahre. Möbel, technische Geräte, Radios, Telefone und andere Alltagsgegenstände vermittelten einen sehr anschaulichen Eindruck davon, wie sich das Wohnen innerhalb weniger Jahrzehnte veränderte.
Direkt gegenüber steht das Radio-Museum. Es präsentiert Radios und verwandte Technik aus den 1920er- bis 1960er-Jahren sowie Militärfunkgeräte. Die Geschichte des Radio-Museums begann 1967 mit einer privaten Radiosammlung von Vesa Harsi. 1985 wurde eine Stiftung gegründet; 1989 zog das Museum in seine heutigen Räume im Museumsviertel um.

Mittags wurden wir herzlich im Rathaus von Kouvola empfangen. Saara Rahkonen-Rannikko (Verwaltungsdirektorin Kouvola vorne rechts), Liisa Varjola (Stadtverordnete Kouvola, vorne links) und Anne Käki (Leiterin der Kommunikationsabteilung hinten links) begrüßten unsere Gruppe im Namen der Stadt Kouvola. Es entwickelten sich sehr angenehme und anregende Gespräche mit den Mitgliedern der finnischen Stadtverwaltung. Für uns war ein Mittagsbuffet vorbereitet worden. Nach dem Essen blieb noch Zeit für weitere Gespräche.
Gerhard Ribbrock als Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins bedankte sich bei den Vertretern der Stadt für den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft. Zum Abschluss stellten wir uns zu einem gemeinsamen Gruppenfoto auf der Rathaustreppe auf – eine schöne Erinnerung an unseren Besuch in Kouvola.
Unser Bus brachte uns anschließend in die ehemalige Kartonfabrik und Holzschleiferei Verla, die seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Fabrik arbeitete von 1882 bis 1964. Das Besondere an diesem Industriemuseum ist, dass die Maschinen, Gebäude und die Ausstattung genauso erhalten sind wie bei der Stilllegung im Jahr 1964.
Wir erhielten eine deutschsprachige Führung durch die gesamten Produktionsanlagen. So konnten wir gut nachvollziehen, wie in Verla Karton aus Fichtenholz hergestellt wurde. Und wir erfuhren, wie eng das Leben der Arbeiter mit der Fabrik verbunden war.
Das ehemalige Wohnhaus des Fabrikleiters ist erst vor kurzem aufwendig renoviert worden. Heute befindet sich darin ein Restaurant. Besonders schön ist die Gartenanlage. Bei dem herrlichen Wetter konnte jeder in Ruhe durch die Anlage schlendern, einen Kaffee trinken und den Blick über den See genießen.
Das Abendessen gab es in einem Restaurant direkt am See Käyrälampi bei Kouvola. Ganz in der Nähe befinden sich ein finnischer Freizeitpark und das neu entwickelte Erholungsgebiet Tykkimäen Beach, mit Strand, Wassersportmöglichkeiten, Beachvolleyball und weiteren Freizeitangeboten.
Freitag, 21. August: Kouvola – Industriegeschichte, Kunst und Lakritz
Morgens starteten wir mit dem Bus zu einer Stadtrundfahrt durch Kouvola und Umgebung.
Interessant waren Ulfs Informationen über den Bevölkerungsschutz in Finnland. Im Raum Kouvola gibt es, wie in allen Städten und Gemeinden Finnlands, große unterirdische Räume für den Bevölkerungsschutz. Bisher wurden sie für verschiedene Zwecke genutzt, z.B. für Sport und auch als Parkhäuser. Zurzeit werden die Anlagen vielfach als Schutzräume wiederhergestellt, so dass oft die bisherige Nutzung nicht mehr möglich ist.
Auch in Kouvola werden überall Glasfaserleitungen verlegt. Und eine Fußgängerstraße wurde gerade aufgerissen. Wir sahen im Boden versenkte Heizungsrohre. Damit müssen Fußgänger im Winter nicht über die vereiste Straße laufen.
Auffällig war der Gegensatz zwischen dem großen Einkaufszentrum am Stadtrand und der teilweise leer wirkenden Innenstadt. Wie in vielen Städten hat sich ein Teil des Einzelhandels an den Stadtrand verlagert.
Ein wichtiges Thema unserer Rundfahrt war die Industriegeschichte der Region.
Wir fuhren durch die Stadt Kuusankoski, die nebenbei bemerkt vor der Eingemeindung in die Stadt Kouvola die finnische Partnerstadt von Mülheim war. Die Stadt wurde stark von der Papier- und Zellstoffindustrie geprägt. Der Kymi-Fluss war dabei von entscheidender Bedeutung: Wasser lieferte Energie, und die Wälder der Region stellten den wichtigen Rohstoff Holz zur Verfügung.
Während der Stadtrundfahrt kamen wir auch durch das frühere russische Garnisonsviertel. Die Gebäude waren noch während der russischen Herrschaft errichtet worden, also vor der finnischen Unabhängigkeit 1917. Hintergrund der Stationierung der Soldaten war die Sorge vor einem möglichen Angriff aus westlicher Richtung, insbesondere durch Deutschland.
Später wurden die Gebäude von der finnischen Armee genutzt. Anfang der 1990er Jahre gab die Armee das Viertel auf. Heute befinden sich dort attraktive Eigentumswohnungen. Kouvola ist inzwischen wieder Garnisonsstadt. Die militärische Präsenz ist heute erneut ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.
In Kuusankoski besuchten wir die Kunstfabrik Taideruukki. Taideruukki befindet sich in einer alten Papierfabrik und ist ein Beispiel dafür, wie ein ehemaliges Industrieareal eine völlig neue Nutzung erhalten kann. Hier gibt es heute Ateliers und Werkstätten, Galerien, Kunsthandwerk, Keramik, Fotografie, Glas- und Textilarbeiten, einen Cafébetrieb, Veranstaltungen, Musik und Räume für unterschiedliche Unternehmen und Dienstleistungen. Auf dem davor liegenden Gelände der Papierfabrik entsteht gerade ein großes Rechenzentrum – ebenso ein Beispiel dafür, wie sich die Nutzung der alten Industrieflächen wandelt.
Zum Mittagessen war für uns ein Buffet im Restaurant von Kouvolan Lakritsi vorbereitet worden. Kouvolan Lakritsi ist eine bekannte Lakritz-Fabrik in Kouvola, die vor über 120 Jahren gegründet wurde und seit 1942 sehr erfolgreich Lakritz herstellt. Durch große Glasfenster konnten wir direkt in die Produktionsbereiche schauen. Ulf – verkleidet mit schwarzen Umhang, Zylinder und rotem Schal wie eine Werbefigur von Kouvolan Lakritsi – informierte uns ausführlich über die Geschichte des Unternehmens.
Natürlich hatten wir Gelegenheit, im Fabrikverkauf einzukaufen. Das nutzten viele von uns und nahmen finnische Lakritzspezialitäten für ihre Lieben mit nach Hause.
Es ging nun mit dem Bus nach Anjala, einer Gemeinde Kouvolas. Dort konnten wir in dem Gutshof der Adelsfamilie Wrede eine Ausstellung mit Webarbeiten besichtigen. Wir spazierten weiter nach Inkeroinen, einem Standort ehemaliger Papierfabriken, die heute zum Teil als Museum zu besichtigen sind.
Der Architekt Alvar Aalto erstellte für das Inkeroinen-Gebiet Entwürfe für die Gebäude der Papierfabrik sowie Pläne für ganzes Arbeiterwohnviertel. Die meisten von Aaltos Entwürfen wurden zwischen 1937 und 1956 umgesetzt. Wir sahen Wohnungen für Arbeiter und Angestellte, Häuser für leitende Mitarbeiter sowie die Kirche. Diese wurde nicht von Aalto geplant. Sie wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Geldern der Besitzer der Kartonfabrik für ihre Arbeiter gebaut.
Für den Abend hatte uns der Deutsch-Finnische Verein Kouvola zu einem gemeinsamen Abendessen nach Myllykoski eingeladen. Wir saßen in einer Scheune, die der angrenzenden Buchhandlung und dem Buchverlag Reuna Publishing Oy gehört. Die Wände waren bedeckt mit Regalen voller alter Bücher. Das Ambiente war außergewöhnlich. Es entstand eine ganz besondere Atmosphäre – warm, gemütlich und voller Geschichte.
Der Deutsch-Finnische Verein bewirtete uns mit einem wunderbaren Buffet. Besonders schön waren die vielen anregenden Gespräche mit unseren finnischen Freunden. Es wurde viel erzählt, gelacht und diskutiert. Gerhard Ribbrock bedankte sich im Namen unserer Reisegruppe herzlich bei Jouni, Jukka und Juha vom Deutsch-Finnischen Verein für die Einladung, die hervorragende Bewirtung und den wunderschönen Abend. Dieser Abend war sicherlich einer der herzlichsten Momente unserer gesamten Reise.
Samstag, 22. August,Porvoo und Helsinki
Um 9.00 Uhr hieß es Abschied nehmen von Kouvola. Unser Ziel war Helsinki. Aber zuvor machten wir noch einen Halt in Porvoo. Gemeinsam mit Ulf erkundeten wir die historische Altstadt.
Porvoo gehört zu den ältesten Städten Finnlands. Besonders reizvoll ist die Altstadt mit ihren engen, teilweise kopfsteingepflasterten Gassen und den historischen Holzhäusern. Berühmt ist der Blick auf die roten Holzhäuser am Porvoo-Fluss. Ursprünglich dienten die roten Speicherhäuser dem Handel und der Lagerung von Waren. Heute gehören sie zu den bekanntesten Fotomotiven der Stadt.
Historisch bedeutsam sind der Dom und das Rathaus. Zar Alexander der Erste richtete 1809 im Rathaus die erste Versammlung des Reichstags im neuen Grossherzogtum Finnland aus. Im Dom legte er seinen Eid ab und bestätigte dort öffentlich die bereits bestehende protestantische Staatsreligion, die Verfassung und die Rechte der Regierungsvertreter. Es gab noch viel Zeit zum Bummeln und Shoppen. Die kleinen Läden, Cafés und historischen Gassen luden geradezu zum Verweilen ein.
Auf der Weiterfahrt in Richtung Helsinki hielten wir noch in dem Dörfchen Haikko. Dort besichtigten wir das Atelier des finnischen Malers Albert Edelfelt. Hier entstanden mehr als 220 seiner Werke. Die Landschaft rund um Porvoo, das Meer und die Menschen der Region waren wichtige Inspirationsquellen für ihn.
Vor der Weiterfahrt bedankten wir uns bei unserem Reiseleiter Ulf Tütken herzlich für seine ausgezeichnete Reiseleitung, seine umfassenden Kenntnisse und seine immer freundliche Art. Auch unserem Busfahrer Toni dankten wir für die ruhige, sichere und angenehme Fahrt während der ganzen Reise.
Erwähnen möchten wir an dieser Stelle eine finnische Besonderheit: Unser Bus war mit einer Alkoholwegfahrsperre ausgestattet. Jedesmal wenn der Motor länger als 20 Minuten ausgeschaltet war, musste Toni einen Alkoholtest durchführen. Nur wenn der Test negativ war, sprang der Motor wieder an. Natürlich sprang der Motor auf unserer Reise immer sofort an …
Am Abend erreichten wir Helsinki und checkten ein im Home Hotel Jugend in Helsinkis Design-Viertel. Das Hauptgebäude des Hotels hatte ein fantastisches, burgähnliches Aussehen mit vielen Jugendstil-Elementen. Toni und Ulf machten sich auf den Heimweg, und wir ließen den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel ausklingen.
Sonntag, 23. August: Helsinki
Nach dem Frühstück starteten wir zu einer dreistündigen Stadtrundfahrt durch Helsinki. Für diesen Tag hatten wir einen anderen Bus und den neuen Reiseleiter Stefan Tschirpke.
Unser erster Halt war der Sibeliuspark. Er ist dem berühmten finnischen Komponisten Jean Sibelius gewidmet. Die Hauptattraktion ist das Sibeliusdenkmal von Eila Hiltunen. Die ungewöhnliche Skulptur besteht aus zahlreichen miteinander verbundenen Stahlröhren und erinnert in ihrer Form an eine abstrakte Orgel beziehungsweise an eine musikalische Komposition. Das Denkmal gehört heute zu den Wahrzeichen Helsinkis.
Danach besichtigten wir die berühmte Temppeliaukio-Kirche, besser bekannt als Felsenkirche. Die Kirche ist direkt in den Felsen hineingesprengt worden. Die natürlichen Granitwände bilden den Innenraum. Darüber spannt sich eine gewaltige Kupferkuppel, die von einem Ring aus Fenstern umgeben ist. Die Felsenkirche ist nicht nur eine Kirche, sondern auch ein beliebter Konzertort. Ihre besondere Architektur und die außergewöhnliche Akustik machen sie zu einem der berühmtesten Bauwerke Helsinkis.

Weiter ging es zum Senatsplatz, dem historischen Mittelpunkt Helsinkis. Hier hat der Zar Alexander der Zweite das Zentrum für die neue Hauptstadt Finnlands errichten lassen. Sein Hauptarchitekt war Carl-Ludwig Engel. Der entwarf das Regierungspalais und die Universität – beides streng klassizistische Gebäude rechts und links des Helsinki-Doms mit nahezu gleicher Fassade. Auch der Dom geht auf Entwürfe von Engel zurück. Die imponierende Freitreppe, die Verlagerung des Geläuts auf ein separates Glockenhaus und andere Änderungen wurden von Engels Nachfolger hinzugefügt.

Nach der Innenbesichtigung des Doms endete unsere gemeinsame Stadtrundfahrt, und wir hatten Zeit zur eigenen Erkundung von Helsinki. Zu den Sehenswürdigkeiten, die sich viele von uns angesehen hatten, zählen die Bibliothek Oodi, das Amos-Rex-Museum, das Design-Museum und die Uspenski-Kathedrale. Am Abend trafen wir uns wieder zum letzten gemeinsamen Abendessen im Hotel.
Montag, 24. August: Heimreise
Wir hatten am Morgen noch viel Zeit zur freien Verfügung. So konnte jeder den Aufenthalt in Helsinki individuell ausklingen lassen. Um 13.00 Uhr hieß es dann endgültig Abschied nehmen von Helsinki. Mit dem Bus fuhren wir zum Flughafen, und am Nachmittag startete unser Finnair-Flug zurück nach Düsseldorf.
Nach der Landung erwartete uns wieder der Bus der Firma Berse und brachte uns vom Düsseldorfer Flughafen zurück nach Mülheim. Damit ging eine wunderschöne und abwechslungsreiche Reise nach Finnland zu Ende. Besonders wertvoll waren die Begegnungen mit unseren finnischen Freunden. Der Empfang im Rathaus und vor allem der gemeinsame Abend mit dem Deutsch-Finnischen Verein in Myllykoski haben gezeigt, wie lebendig und herzlich die Städtepartnerschaft zwischen Kouvola und Mülheim an der Ruhr gelebt wird.
Text: Marlies Wilkes
Fotos: Hans-Werner Groß